Lothar Sprenger Diplomfotograf

Eberhard Göschel

Lothar Sprenger lässt sich von Eberhard Göschel, dessen Kunst und der Atelier-Atmosphäre seit über dreißig Jahren faszinieren. Immer wieder besucht er den Künstler in dessen Ateliers in Dresden und Fürstenau. Mit seinen Fotos dokumentiert Sprenger sowohl Arbeitsweise als auch Arbeiten Göschels. Eine solche Kontinuität im Miteinander von Maler und Fotograf ist keine Selbstverständlichkeit, ist selten und hat einen besonderen Wert.
Am Anfang stand ein Auftrag; 1987 sollte Sprenger für eine kunstwissenschaftliche Veröffentlichung einige Göschel-Bilder reproduzieren. Nachdem dies erledigt war, verblieb eines der Bilder auf der Staffelei und konfrontierte den davorstehenden, fassungslosen Fotografen mit spiritueller Wucht. Eine Begegnung mit Langzeitfolgen.
Aus diesem Anfang wuchs Stetigkeit, es entstand im Laufe der Zeit ein Konvolut von etwa 100 Fotografien. Sichtbar wird, dass die gedankliche Konsequenz der Fotos der ästhetischen Konsequenz von Göschels Kunst entspricht. Trotz des Schwunghaften vieler Elemente, die in Göschels Bildern gereiht, variiert, entwickelt, übermalt, abgewandelt, schattiert oder auch zerrissen, gebrochen, geschmiert oder geblockt enthalten sind, geht es nicht um das Schaffen von Impressionen oder Abbildern, sondern, wie Matthias Flügge schreibt, um eine nötige »Distanzbestimmung zur Welt«. Kein Vertändeln, keine Verzierungen, keine Ablenkungen, es geht nicht darum, schöne Bilder zu schaffen, sondern das Sichtbare zu zeigen als das Notwendige, das übrigbleibt.

Mathias Bäumel, 2020